Kann Ihre Führungskraft Sie mit Burnout anstecken?

Neueste wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Übertragungseffekten von Burnout in Teams

Ja, das kann Sie tatsächlich! In unserem weltweiten Projekt zum Thema Gesundheit und Führung konnten wir nachweisen, dass eine Führungskraft ihre Mitarbeiter*innen mit emotionaler Erschöpfung – eine Kerndimension von Burnout- anstecken kann. Dies ist jedoch kein spezifisches deutsches Führungskräfte-Phänomen: Wir konnten die Ansteckungseffekte von Führungskräften auf ihre Mitarbeiter*innen in über 20 verschiedenen Ländern nachweisen und fanden verschiedene Eigenschaften von Führungskräfte sowie Kulturvariablen die diesen Ansteckungseffekt sogar verstärken.

 

Auf der Internationalen Konferenz der European Association of Work and Organizational Psychology in Oslo vom 20.-23. Mai 2015 stellte unsere Beraterin Dipl.-Psych. Ina Zwingmann die ersten Ergebnisse unseres weltweiten Innsicht-Projektes vor.

In unserem globalen Projekt konnten wir nachweisen, dass emotional erschöpfte Führungskräfte ihre Erschöpfungssymptome an ihre Mitarbeiter*innen weitergeben können. Obwohl wir für eine Vielzahl von Belastungen der Mitarbeiter*innen und Führungskräfte in den Analysen kontrollierten, konnten wir den Ansteckungseffekt global nachweisen. Der Ansteckungseffekt von Führungskräfte auf ihre Mitarbeiter*innen zeigte sich robust in den 22 untersuchten Ländern in Europa, Nordamerika, Südamerika, Afrika und Asien.

 

Unsere Ergebnisse verdeutlichen die wichtige Rolle und Vorbildfunktion von Führungskräften in der ganzheitlichen Gesundheitsförderung und speziell bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung. Eine frühzeitige Prävention von Belastungssymptomen speziell bei Führungskräften ist sowohl für die Führungskräfte selbst als auch ihre Mitarbeiter*innen von entscheidender Bedeutung. Unternehmen können durch kontinuierliche Erfassung von Belastung und Beanspruchung speziell bei Führungskräften Fehlbeanspruchungsfolgen ihrer Mitarbeiter*innen vorbeugen.

Dabei ist es wichtig, sowohl verhaltens- als auch verhältnisorientierte Präventionen und Interventionen einzuleiten. Eine verhaltensorientierte Maßnahme wie bspw. das Training von Führungskräften um frühzeitig Symptome der eigenen Belastung, Beanspruchung und Erschöpfungssymptome zu erkennen, ist wichtig, aber noch nicht ausreichend. Insbesondere die Untersuchung von bedingungsbezogenen Faktoren, die zu negativen Beanspruchungsfolgen und Erschöpfungssymptomen von Führungskräften und Mitarbeiter*innen führen ist in der ganzheitlichen Gesundheitsförderung und Gefährdungsbeurteilung psychicher Belastung unbedingt gefordert.

 

Wenn Sie mehr über unser weltweites Innsicht-Projekt, die Ergebnisse unserer Studie oder spezielle verhaltens- und verhältnisbezogene Präventions- und Interventionmöglichkeiten wissen möchten, kontaktieren Sie uns bitte unter folgender Kontakadresse: info@innsicht.de

 

Für Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

 

Herzlichst,

Ihr Innsicht-Team

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